Foto: Kinder in Loumbila

SCHULE FÜR LOUMBILA
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Jahresbericht des Vereins Schule für Loumbila 2023

 

Liebe Paten, Mitglieder, sehr geehrte Spender und liebe Freunde!

Wir begrüßen Sie recht herzlich zu unserem Jahresbericht 2023. Wir wollen damit an den letzten Bericht aus dem Juni 2022 anschließen und Sie über die Fortschritte an der Schule in Loumbila informieren und über die aktuellen Ereignisse im Land Burkina Faso berichten. 

 

Ein wesentlicher Teil unserer Hilfe stellt die Essensversorgung der Kinder an der Schule dar.

 

Seit Beginn des Projektes war es das Ziel, die Kinder neben Bildung auch mit Lebensmitteln zu versorgen, die die Schule selbst produziert. Durch die Zusammenarbeit mit den Familien unserer Schulkinder trägt nun auch der aktive Elternverein mit Lebensmittelgaben für die tägliche warme Mittagsmahlzeit bei. Mathilde, die Frau von Dr. Issa Ouedraogo, erweist sich als sehr verantwortungsvoll zuständig für die schuleigene Küche, die Beschaffung der Vorräte und deren sachgemäße Lagerung und Verarbeitung.

Seit der zunehmenden wirtschaftlichen Krise und der damit einhergehenden Lebensmittelknappheit im Frühjahr setzt Dr. Issa Ouedraogo verstärkt mit Hühnerzucht, Fischkultur und dem Projekt ‚Glashäuser‘ – allesamt umgesetzt auf dem Schulcampus - auf Selbstversorgung für die Zukunft. 

 

Schon im Juni 2022 startete Dr. Issa Ouedraogo mit dem ‚Projekt Glashäuser‘ auf dem Schulcampus von Loumbila.

Diese Glashäuser sind genau genommen Folientunnel, die die darin wachsenden Kulturen nicht wie bei uns vor Kälte aber vor Schädlingen schützen. In kürzester Zeit wurden mit den Geldern des Vereins vier Folientunnel errichtet, mit einer Tröpfchenbewässerungsanlage (also äußerst sparsam im Wasserverbrauch) ausgestattet und das benötigte Saatgut angeschafft. Mathilde wurde ein Lehrgang für Besonderheiten bei der Anpflanzung, Aufzucht und Pflege in Glashäusern finanziert und sie leitet nun dieses zukunftsträchtige Projekt in Loumbila. Schon nach nur kurzer Zeit konnten die ersten Ernten in Form von Gemüse eingebracht werden.

Neben den anhaltenden Dürren, dann auch wieder sintflutartigen Regengüssen während der Regenzeit, die eher spärliche Ernten auf einen Schlag zunichtemachen können, kamen im letzten Jahr zusätzlich große wirtschaftliche und sicherheitspolitische Herausforderungen im Land dazu. Unsere Schule in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Ouagadougou liegt in einer der sichersten Regionen des Landes. Daher war es uns möglich, auch dieses Jahr im Jänner wieder nach Burkina Faso zu fliegen. 

 

Auch wenn sie das Reisen mittlerweile als beschwerlich empfindet, schließlich ist sie im 98. Lebensjahr, findet Dr. Gertrude Harrer die persönlichen Kontakte mit den Kindern, Eltern, Lehrern und allen anderen Verantwortlichen in Loumbila sehr wichtig. Auch heuer im Jänner war sie gemeinsam mit ihrem Sohn Dr. Georg Harrer und unserer Schriftführerin Inge Ellinger in Ouagadougou. Die Reisekosten werden selbstverständlich immer von den Reisenden selbst getragen.

Zwei Wochen Aufenthalt wurden uns fast zu kurz, um all unsere Arbeitsgespräche, Treffen mit den Verantwortlichen in Schule und Landwirtschaft und Meetings mit den zuständigen Schulbehörden zu absolvieren. Dazu gehören auch unsere jährlichen Besuche bei den traditionellen Oberhäuptern der Provinzen Loumbila und Ypelsi und beim König der Mossi. 

 

 

Wir haben ausführliche Gespräche mit den Lehrern und Lehrerinnen an beiden Schulen geführt, um Bedürfnisse und Wünsche in Erfahrung zu bringen und haben uns abermals mit den Eltern der Schüler getroffen, um Lösungen für die zahlreichen Herausforderungen bei der Umsetzung der Abendschule für Erwachsene zu finden, die bislang aus Sorge um die Sicherheit der Frauen auf dem Heimweg nicht zustande gekommen ist. Wir waren zutiefst erschüttert als wir erfuhren, dass ein Schüler der ersten Klasse auf dem Schulweg zu Tode gekommen ist. Gemeinsam mit dem Elternverein und der Schulleitung wurde ein Lotsendienst über die neue Schnellstraße ins Leben gerufen. Wir haben Schulen ähnlichen Formats besucht, um den Standard unserer Schule besser bewerten zu können.

Théophile Sawadogo, der Direktor der École Primaire, leitet die Schule und sein Lehrerteam mit großer Umsicht und Kompetenz. Das gute Klima untereinander kann man auf dem ganzen Schulcampus spüren und das kommt besonders unseren Kindern zugute, die mit Liebe und großer Geduld unterrichtet werden. Zwei unserer Lehrer haben in diesem Schuljahr weiterführende Lehrgänge absolviert und mit Bravour bestanden. Der Direktor unterhält auch gute Kontakte zur benachbarten Kaserne, welche in unsicheren Zeiten von großer Bedeutung sind. 

 

Schon im Jänner 2022 wurde aufgrund des zunehmenden Verwaltungsaufwandes eine Sekretärin in Teilzeit für die Schule in Loumbila eingestellt. Dr. Issa Ouedraogo, der Projektleiter und der Schuldirektor Théophile Sawadogo werden mit der neuen Unterstützung wesentlich in ihren Aufgaben entlastet. Die Sekretärin arbeitet seit diesem Zeitpunkt eng mit Inge Ellinger in ihrer Funktion als Schriftführerin/Kommunikation und Patenschaften zusammen.

Die Absolventen unserer Grundschule setzen ihren Bildungsweg in der Regel in Sekundarschulen mit staatlicher Unterstützung fort. Dafür müssen die Kinder das Dorf aber verlassen. Das ist vor allem für Mädchen schwierig. 2018 begannen wir daher mit der Errichtung einer berufsbildenden Schule auf dem Campus. Diese zweijährige Schule wurde 2019 eröffnet und bildet seither junge Frauen zu Schneiderinnen aus. Die Absolventinnen können sich nach der Schule selbstständig machen und erlangen damit die Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben. 

 

 

Ganz besonders freut es uns, dass Jonathan, der zweitälteste Sohn von Dr. Issa Ouedraogo, selbst ein erfolgreicher IT-Unternehmer, sich schon aktiv um die Belange und das Wohlergehen der Schule einsetzt und bei den Schulkindern sehr beliebt ist. 

Jonathan Ouedraogo mit einer Schülerin
Jonathan Ouedraogo mit einer Schülerin

 

Für das Lehrerteam an der Nähschule haben wir Herrn Issaka Zagre, einen erfahrenen Betreiber von berufsbildenden Schulen vertraglich gegen geringe Kosten gewonnen, bis auf weiteres die Supervision zu übernehmen. Die Nähschule steht in den Kinderschuhen und kann da und dort im Ablauf und der Organisation optimiert werden. 

 

Die Schule erfreut sich großer Beliebtheit und ist in der Region so einzigartig, dass mehr Mädchen als geplant aufgenommen wurden und derzeit nicht für alle Schülerinnen eine Nähmaschine zur Verfügung steht. Nach und nach werden im Land selbst fußbetriebene Maschinen zugekauft. Nachschub mit Nähmaschinen aus Österreich kann aufgrund der derzeit stark überhöhten Transportpreise noch immer nicht erfolgen. Dr. Georg Harrer sammelt indes weiter in gewohnter Weise fußbetriebene Nähmaschinen, da ein niederösterreichisches Unternehmen unserem Verein Lagerkapazität in Form einer Sachspende zur Verfügung gestellt hat. Wir hoffen auf eine kostengünstige und somit leistbare Containerlieferung nach Burkina Faso.

 

Allerdings stehen auch wir gemeinsam mit der Schulleitung vor wesentlichen Herausforderungen in diesem Jahr.

 

Ein großes Problem stellt der Ausfall des zweiten Brunnens am Schulgelände dar.

Um die Wasserversorgung der mehr als 300 Kinder an der Schule zu gewährleisten, musste schon vor einiger Zeit die Bewässerung des Schulgartens in Loumbila eingestellt werden. Die neuen Gewächshäuser können aufgrund des geringen Wasserverbrauchs weiter betrieben werden. Für den noch gut funktionierenden ersten Brunnen haben wir mithilfe Ihrer Spenden einen größeren Speichertank anschaffen können. Gemäß einem geologischen Gutachten wäre genug Wasser in einer Tiefe von ca. 70 Metern vorhanden, allerdings kann der Verein die Finanzierung eines neuen Brunnens aufgrund der knappen finanziellen Mittel bis auf weiteres nicht anbieten. Die Kosten für einen neuen Brunnen belaufen sich auf EUR 20.000. 

 

Die im Land durch diverse Terrorgruppen verursachten Sicherheitsprobleme wirken sich auch direkt auf unsere Schule aus. Kinder aus den Krisengebieten im Norden von Burkina Faso werden zu Inlandsflüchtlingen und kommen als neue Schüler dazu, Familien aus dem Landkreis Loumbila wiederum verlassen das Gebiet in Richtung des fruchtbaren Südens des Landes. Ein steter Wechsel, der die Bearbeitung der Patenschaften erheblich erschwert.

Als Auswirkung fehlender Weizen- und Sojalieferungen aufgrund des Ukraine Krieges sind die Lebensmittelpreise stark gestiegen, was selbst das tägliche Brot zum Überleben sehr teuer werden ließ. Dazu kommt die instabile politische Lage im Land. Wie berichtet, kam es schon im Jänner 2022 im Zuge eines Putsches zu einer Regierungsübernahme durch das Militär. Die von der Bevölkerung erwartete Verbesserung der Sicherheitslage ist aber nicht eingetreten. Am 30. September 2022 fand ein erneuter Militärputsch statt und ein sehr junger Offizier übernahm die Regierungsgeschäfte. Die jetzige Regierung ist bei der Bevölkerung zwar beliebt und genießt mehr Vertrauen als ihre Vorgängerinnen, steht aber vor großen Herausforderungen. Mehr als zwei Millionen Menschen aus den Grenzgebieten von Burkina Faso waren aufgrund der Sicherheitslage gezwungen, in andere Landesteile zu flüchten. Burkina Faso ist gegenwärtig schon täglich mit Terroranschlägen konfrontiert, bevorzugte Ziele sind Schulen, medizinische Einrichtungen, Verwaltungs- und Kommunikationsbetriebe. Tausende Schulen mussten bereits geschlossen werden und Familien waren gezwungen, in andere Regionen zu ziehen. Lediglich die Gebiete um die Hauptstadt Ouagadougou und die zweitgrößte Stadt Bobo Dioulassou im Westen Burkina Fasos gelten noch als sicher. Manche Quellen meinen, 40% des Landes seien nicht mehr unter Kontrolle der Regierung. Die politische Lage in Burkina Faso ist so unstabil wie nie zuvor, die wirtschaftlichen Folgen dramatisch – die Menschen in Burkina Faso sind heute deshalb primär damit beschäftigt, zu überleben. 

 

Der Schulschluss steht auch in Loumbila vor der Türe und wir wünschen schon jetzt allen Schülern und Schülerinnen viel Erfolg bei ihren Abschlussprüfungen. Sobald die Kinder in ihre wohlverdiente Schulpause gehen, wird die kurze Regenzeit von den Lehrern genützt und der karge Boden rund um das Schulgebäude verwandelt sich für wenige Wochen in eine bebaute Ackerfläche. Auch die Ernte daraus kommt den Kindern im nächsten Schuljahr in Form von Mais und Gemüse zugute, das Feuerholz für die schuleigene Küche für das kommende Schuljahr wird bestellt, notwendige Reparaturen vorgenommen und vor allem erfolgt in diesen Monaten die Schuleinschreibung für die neuen Kinder.

Das Loumbila-Team hier in Österreich arbeitet gerade intensiv an einer neuen Website für unser Schulprojekt und bereitet die Überprüfung für die jährliche Verlängerung des Österreichischen Spendengütesiegels durch die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer vor. Diese Auszeichnung steht für Transparenz und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Ihren Spendengeldern, die von unseren beiden Rechnungsprüfern und einer externen Wirtschaftsprüfungskanzlei seit der Vereinsgründung kontrolliert werden. Wir freuen uns darüber, dass Sie Teil dieses Projektes sind, das der Verein Schule für Loumbila seit nunmehr 12 Jahren nicht zuletzt mit Hilfe Ihres Beitrages voranbringt. Das Loumbila Schulprojekt wächst weiter und heuer haben wir mehr Schüler als in jedem anderen Jahr seit der Eröffnung. Sie unterstützen mehr als 300 Schüler an der Grund- und Nähschule und mehr als 10 Vollzeitkräfte, die den Schulbetrieb aufrechterhalten. 

Dr. Issa Ouedraogo und Dr. Gertrude Harrer
Dr. Issa Ouedraogo und Dr. Gertrude Harrer

 

Wir sind seit 2011 aktiv, verfügen seit 2014 über die Berechtigung zur steuerlichen Absetzbarkeit der Spenden und seit 2018 über das Österreichische Spendengütesiegel. Im Jahr 2021 wurden 98,6% der Einnahmen an die Schule überwiesen. Präsidentin des Vereins ist Frau MR Dr. Gertrude Harrer, die als Obfrau sehr aktiv ist und trotz Ihres Alters fast jedes Jahr nach Loumbila reist, um sich vor Ort vom Fortschritt des Projektes zu überzeugen.

Unsere wichtigsten Ziele in diesem Schuljahr waren die Finanzierung zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs trotz sinkender Spendeneingänge, die Wasserversorgung der Schule mit der Anschaffung eines großen Vorratstanks für den funktionierenden Brunnen vorerst sicher zu stellen, und die zukunftsweisende Investition zur Eigenversorgung der Kinder mit Gemüse aus den vier neu errichteten Folientunneln, da die Lebensmittel in Burkina Faso fast annähernd so viel kosten wie bei uns in Europa.

Finanzierungsbedarf besteht weiter für die Anschaffung und den Transport eines Containers, um die Nähschule mit den fehlenden Nähmaschinen u.v.m. im Idealfall noch vor Schulstart im Oktober 2023 nach Loumbila zu bringen und das Geld für den so dringend benötigten neuen Brunnen zu sammeln. Wasser ist die wichtigste Voraussetzung für einen Schulbetrieb

 

 

Inge Ellinger für den Vorstand Verein Schule für Loumbila

Im Namen aller Schüler und Schülerinnen sowie der gesamten Belegschaft der beiden Schulen übermitteln wir Ihnen deren herzliche Grüße - Sie alle wissen, wie wichtig Ihr Beitrag ist! 


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